Was bedeutet Remote Work und Remote Web Design?

Aktualisiert am 7. Juli 2021
Remote Work ist ein Begriff, der die Arbeitswelt der USA bereits länger prägt. Seit 2020 ist diese Art des ortsunabhängigen Arbeitens auch in Europa bekannt geworden. Lesen Sie über die unterschiedlichen Arten sowie Vor- und Nachteile von Remote Work und Remote Zusammenarbeit.
Arten von Remote Work
Was bedeutet Remote Work und Remote Web Design?

Seit einigen Jahren interessiere ich mich für das Thema Remote Work. Ich hatte mit einigen internationalen Firmen Kontakt zu diesem Thema und auch deren Guidelines bzw. Manifest studiert. Mit der Corona-Pandemie wurde Home Office zum neuen Standard, dabei hat das zum Großteil erzwungene Home Office relativ wenig mit Remote Work und einer Remote Work Kultur zu tun. In diesem Artikel erfahren Sie was man unter Remote Work versteht, welche unterschiedlichen Arten es von Remote Work gibt und wie Firmen sich mit Remote Work identifizieren. Sie lernen über die Vorteile und Nachteile von Remote Work – vor allem für den einzelnen Mitarbeiter und letzten Endes über Remote Work im Web Design und warum ich so sehr auf Remote Work setze.

Remote Work ermöglicht einen ortsunabhängigen Lebensstil

Der Begriff Remote Work ist für mich selbsterklärend und selbstverständlich. Wenn ich einige Jahre zurückdenke, dann stelle ich fest, dass das nicht immer so war.

In den Jahren 2018 bis 2020 verbrachte ich viel Zeit in Südostasien – allen voran der Insel der Götter Bali. In unseren Breitengraden ist Bali eher als reine Urlaubsinsel bekannt. Viele wissen nicht, dass Bali neben Chiang Mai (im Norden von Thailand) unter anderem ein Hotspot für Digitale Nomaden ist.

Es gibt wohl keine eindeutige Definition zum Digitalen Nomaden, aber vereinfacht kann man sagen, dass es sich dabei um Menschen handelt, die aus unterschiedlichen Gründen nicht fix an einem Ort leben, sondern ständig weiterziehen.

Dabei handelt es sich weniger um Reisende, Urlauber oder Backpacker, sondern eher um Menschen mit einem ortsunabhängigen Lebensstil – ein Lebensstil bei dem einen die eigene Arbeit eben nicht an einen Ort bindet. Denn die Arbeit wird unabhängig vom jeweiligen Ort ausgeführt.

Es gibt keine eindeutige Bezeichnung für „den Remote Worker“

Jeder kann für sich selber entscheiden mit welchem Begriff er sich besser identifizieren kann: Remote Worker, Digitaler Nomade, Teleworker, Virtual Assistant, Virtual Worker. Es gibt bestimmt noch so einige andere Bezeichnungen die mir selber nicht bekannt sind.

Es gibt einige unterschiedliche Bezeichnungen für Menschen die einer ortsunabhängigen Beschäftigung nachgehen

Im Endeffekt geht es um einen Gewinn an Flexibilität durch ortsunabhängiges Leben (Neudeutsch: location-independency). Der sehr bewegungsfreudige Digitale Nomade, der wöchentlich weiterzieht ist wohl das eine Extrem eines Remote Workers. Ein Remote Worker kann jedoch auch einfach fix an einem Ort leben, jedoch remote für ein Unternehmen an einem anderen Ort arbeiten. Vor einigen Jahren habe ich begonnen eine kleine Liste zusammenzustellen von Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz die remote arbeiten. Gerne kann diese Liste von jedem eigenständig erweitert werden.

Flexible und selbstbestimmte Arbeit führt zu besseren Resultaten

Wer mit mir zusammenarbeitet, wird bald merken, dass ich manchmal Tag und Nacht arbeiten kann und auch großen Wert auf meine Flexibilität lege. Ich halte mich nicht an fixe Arbeitszeiten, sondern manage meinen Tag im besten Interesse meiner Kunden und meiner täglichen Aufgaben.

Folglich habe ich auch meine Prozesse so aufgebaut, dass ich meine Arbeit in hervorragender Qualität umsetzen kann, ohne dabei an einen fixen Ort gebunden zu sein. Ich betrachte Linz als meine Heimat, aber es ist durchaus möglich, dass ich mehrere Monate von einem anderen Ort meiner Arbeit nachgehe. Laptop und Internetzugang sind dabei meine wertvollste Basisausstattung.

Dass das nicht nur mir hilft, mein Leben so zu gestalten wie ich das möchte, sondern auch positive Effekte auf Kunden, Kundinnen und Projekte hat erkläre ich später.

2020 brachte für viele einen Vorgeschmack, dabei ist Remote Work nicht das Gleiche wie Home Office

Remote Work bedeutet also, das Arbeiten aus der Ferne – frei übersetzt „Fernarbeit“. Die Covid-19 Pandemie hat das Leben für viele verändert. Viele von uns lernten das Home Office aus eigener Erfahrung kennen. Für die einen war das ein Segen, für die anderen ein Fluch. Home Office würde ich nicht mit Remote Work gleichsetzen, aber es ist ein erster Schritt in diese Richtung, denn auch bei länger andauerndem Home Office müssen so einige Prozesse innerhalb eines Unternehmens angepasst werden. Um eine gute Zusammenarbeit zu ermöglichen, ist es auch notwendige, dass sich die Einstellung zu (Online) Kollaboration und die Unternehmenskultur ändert. Ein paar Tools zu installieren und populäre Cloud Dienste zu verwenden ist definitiv hilfreich, aber noch lange nicht das Leben einer Remote Work Kultur.

Arten von Remote Work

Es wird kaum verwunderlich sein, dass es verschiedene Arten und Ausprägungen von Remote Work gibt. Diese sind nicht in einem Lexikon festgeschrieben, untergliedern sich meistens jedoch in folgende unterschiedliche Arten von Remote Work.

1. Home Office / Teleworking / Work from Home (WFH)

Der Begriff prägte wohl die Jahre 2020 und 2021. Unternehmen bei denen zuvor noch nicht einmal das Gleitzeitmodell eingeführt wurde boten plötzlich Home Office und „freies“ Arbeiten an. Home Office als Wahl und Home Office als Pflicht sollte man jedoch unbedingt unterscheiden.

2. Remote Friendly / Remote OK

Die Remote Friendly Kultur ist mittlerweile auch immer mehr in Österreich anzutreffen. Firmen mit Remote Friendly Prozessen erlauben Mitarbeitern zumindest einen Teil der Arbeit von der Ferne zu erledigen. Die meiste Arbeit findet trotzdem am physischen Standort im Firmenbüro statt. Bei Remote Friendly Unternehmen kann es sein, dass nur bestimmte Positionen in den „Genuss“ der Remote Work kommen.

Manche Mitarbeiter sind beispielsweise an bestimmten Wochentagen im Home Office. Die Mischform bringt meiner Meinung nach zusätzliche Probleme mit sich, denn im Gegensatz zu Remote First, sind die Prozesse meistens noch klassisch, traditionell, d.h. die wichtigen Themen werden im Büro behandelt, und nicht über Online Meetings, Chats, Online-Kollaborations-Tools bearbeitet.

3. Partly Distributed Company / Satelite Offices

Satelite Offices fallen für mich weniger in den Themenbereich Remote Work. Meistens gibt es einen Headquarter (oder mehrere Headquarter pro Kontinent) und kleinere Standorte an weiteren Orten. Die kleineren Standorte können eigene Teams abbilden und sind meistens sehr gut eigenständig organisiert. Es es üblich, dass mit der Zeit eine eigene Sub-Unternehmenskultur in einem Satelite Office entsteht.

Gründe für Satelite Offices sind unter anderem: Näher am Kundenmarkt, günstigere Arbeitskräfte, ein weiterer Zugang zu Talenten und Experten.

4. Remote First

Bei Remote First Unternehmen, ist es Standard, dass die Mitarbeiter von der Ferne, d.h. zu Hause, Coworking Spaces, o.ä. arbeiten. Die meisten Unternehmen haben trotzdem ein Büro und somit einen fixen Standort oder mehrere Standorte. Im Unterschied zu Remote Friendly sind hier die Systeme, Prozesse und die Kultur so ausgerichtet, dass es keine Nachteile durch Remote Work gibt. Meetings sind standardmäßig online und auf Zeitzonen wird Rücksicht genommen. Jeder nimmt an Meetings vom eigenen Computer aus teil – auch wenn sich Personen im selben örtlichen Büro befinden. Dokumentation und asynchrone Kommunikation sind ausgeprägter als bei Remote Friendly Companies. Es ist selbstverständlich, dass die gesamte Firma „online lebt“.

5. Fully Distributed / Fully Remote Company

Bei einer fully distributed oder fully remote Company gibt es keinen physischen Firmenstandort und somit kein gemeinsames Büro für Mitarbeiter. Die Mitarbeiter können über mehrere Zeitzonen verteilt sein, was vor allem bei sehr international ausgerichteten Unternehmen der Fall ist. Der Dienstgeber spart sich dadurch eine Vielzahl an Kosten für Büro und Infrastruktur was an anderer Stelle investiert werden kann und auch investiert werden soll. Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern geniest man den riesigen Vorteil eines sehr großen geografischen Raums.

Fully Remote kommt aber auch mit einigen Herausforderungen, wie z.B. Beziehungen zwischen Mitarbeitern, informeller Austausch bei der Kaffeemaschine (bzw. im Amerikanischen der sogenannte „water-cooler Talk“). Zu den bekannten Fully Remote Companies gehören Automaticc (WordPress Entwickler), GitLab mit über 1300 Mitarbeitern verteilt in über 65 Ländern sowie Product Hunt. Remote bedeutet auch hier nicht, dass man von zu Hause im Home Office arbeitet. Man arbeitet von wo auch immer man gerade ist.

„Why Remote“ von der größten Fully Remote Company Gitlab mit über 1300 Mitarbeiter verteilt in 65 Länder.

Vorteile von Remote Work

Remote Work bringt sehr viele Vorteile und ermöglicht ein neues Lebensmodell zu führen. Remote Work ist Teil vom „New Work“ Trend. Neues Arbeiten und eine neue Art das eigene Leben zu gestalten sind wesentliche Vorteile durch Remote Work.

✅ Erhöhte Flexibilität im Leben und eine Work Life Integration statt Work Life Balance

Der absolut größte Vorteil von Remote Work ist die erhöhte Flexibilität im Leben. Remote Work ist schließlich mehr als nur Home Office. Mit Remote Work kommt neben der Ortsunabhängigkeit meist auch eine erhöhte zeitliche Flexibilität. Die Kombination der freieren örtlichen und zeitlichen Gestaltung des eigenen Tages bzw. der eigenen Lebenswoche bringt einen enormen Sprung an Flexibilität. Mit der erhöhten Flexibilität kann das eigene Leben gänzlich neu gestaltet werden.

✅ Erhöhte Produktivität und Konzentration beim Arbeiten

Wer kennt nicht die Phasen außerhalb der üblichen Arbeitszeiten, wenn sich nur mehr wenige Kollegen und Kolleginnen im Büro befinden. Endlich kann man sich ohne laufende Unterbrechungen voll auf die eigene Aufgabe konzentrieren. Das Großraumbüro hat in vielen Bereichen gefühlt etwas ausgedient. Unternehmen haben erkannt, dass mit dem Großraumbüro auch sehr viele Nachteile zu kompensieren sind. Nachteile die sich stark auf die Produktivität jedes einzelnen und somit auf das ganze Team auswirken.

✅ Endlich kein tägliches Pendeln – Zeit, Kosten, Umwelt

Es ist unglaublich wie viel Zeit und auch Geld in das tägliche Pendeln investiert wird. Im Umkreis von London ist es beispielsweise ganz normal 1,5 bis 2h pro Strecke zu pendeln. Das bedeutet bis zu 4h Stunden pendeln pro Tag! Auch wenn die Pendelzeit bei vielen mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewerkstelligt wird, hat dies auch Auswirkungen auf die Umwelt. Neben den Auswirkungen auf die Umwelt darf man nicht vergessen wie viel Lebenszeit im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke gelassen wird.

✅ Mehr Balance und somit positive Auswirkungen auf die Gesundheit

Verbesserung der eigenen Gesundheit durch Remote Work? Wie soll das funktionieren? Wie wäre es mit mehr Schlaf? Oder einem Spaziergang nach der Mittagspause? Eine ausgewogenere Ernährung? Arbeitet man nicht im Büro, entkommt man auch so einigen gesellschaftlichen Normen. Man kann Essen wann man will, man kann einfacher kleine Pausen einlegen oder kurz als Ausgleich eine Runde laufen gehen. Jeder Mensch ist anders und hat einen eigenen Rhythmus, auf den im Arbeitsalltag im gemeinsamen Büro nur sehr schwer Rücksicht genommen werden kann. Viele Menschen kennen diesen eigenen Rhythmus nicht mehr und es dauert bis man diesen wieder für sich gefunden hat. Je nach Typ und Persönlichkeit hat es aber für einige auch positive (gesundheitliche) Auswirkungen in regelmäßigen persönlichen Kontakt zu KollegInnen zu stehen. Wie so oft im Leben gibt es also auch hier zwei Seiten der Medaille.

✅ Erleichtertes Management im Alltag durch freie Zeiteinteilung

Es lässt sich nur schwer leugnen, dass die Welt irgendwie komplexer geworden ist. Dementsprechend kommt das auch mit neuen Herausforderungen für jeden einzelnen. Unser erhöhter Lebensstandard bringt auch viele neue Aufgaben – die freie bzw. freiere Zeiteinteilung durch Remote Work erlaubt eine selbstbestimmte Einteilung und Planung des täglichen Lebens. Obwohl der Umgang mit dieser neu gewonnenen Freiheit auch erst gelernt werden muss, so lässt sich das tägliche Leben mit den Vorzügen von Remote Work viel schöner gestalten.

✅ Remote Work ist familienfreundlich

Jeder der während der Pandemie Home Office und Kindererziehung unter einen Hut bringen musste, wird jetzt wohl das Gegenteil behaupten. Wie kann Remote Work familienfreundlich sein, es ist nahezu unmöglich seiner Arbeit nachzugehen, wenn man sich nebenbei noch um Kinder kümmern möchte. Hierbei sollte man aber unterscheiden, dass die Pandemie natürlich eine spezielle Situation war, denn üblicherweise sind die Kinder im Kindergarten, in der Schule, etc.

Es geht nicht darum, dass man den eigenen Aufgaben nachgehen kann während man sich um die Kinder kümmert. Es geht viel mehr darum, die Vorteile der Flexibilität zu nutzen. Kurz den Einkauf oder Teile des Haushalts erledigen – ja, das ist möglich. Kinder abholen oder wohin bringen – ja, das ist möglich. Mit dem Hund eine Runde spazieren gehen – ja, auch das ist möglich.

✅ Zeitersparnis durch Wegfall vom täglichen Pendeln und sinnlosen Meetings

Die meiste Zeitersparnis erreicht man bestimmt durch den Wegfall der Reisezeit. Außerdem darf man nicht vergessen, das man sich einige gemütliche und manchmal sinnbefreite Meetings vor Ort erspart. Remote Meetings sind meistens einfach effizienter. Ob sich dies im Laufe der nächsten Jahre noch ändern wird, werden wir erst sehen. Bei den Meetings vor Ort hat sich eine gewisse Gemütlichkeit eingeschlichen. Viel zu oft gibt es Meetings zu Themen, weil es sie halt eben immer schon so gab. Remote Collaboration bedeutet auch die Zusammenarbeit neu zu erfinden.

✅ Kostenersparnis für Dienstgeber

Setzt ein Unternehmen gänzlich auf Remote Work, dann darf es sich auch einiger Kostenersparnisse erfreuen. Keine Kosten für Büro, Parkplätze, Kantine, Beleuchtung, etc. Die meisten Unternehmen wissen jedoch, dass sie entsprechend an anderer Stelle investieren müssen. Bei vollständig verteilten Teams ist es noch wichtiger in Cloud Lösungen und IT Infrastruktur zu investieren. Darüber hinaus werden meistens keine Kosten gescheut, um die Mitarbeiter 1 bis 4x jährlich zu Company Retreats zu bringen. Meistens finden diese an einem aufregenden Ort statt. Der Fokus: Team Building, persönliches Kennenlernen, Workshops, an den eigenen Werten arbeiten – garantieren, dass die weitere Remote Zusammenarbeit noch besser läuft.

Nachteile von Remote Work

Remote Work hat natürlich auch einige Nachteile. Erstens ist es je nach Branche und Tätigkeit einfacher oder schwieriger Remote Work Prozesse zu implementieren, aber auch für einzelne Personen und Charaktere gibt es individuelle Nachteile. Remote Work weist also nur für bestimmte Unternehmen und Personen die maximalen Vorzüge auf.

❌ Der fehlende persönliche Austausch führt zu verstärkter Isolation

Der wohl größte Nachteil bei Remote Work ist die ständige Isolation. Obwohl die Menschen mehr denn je vernetzt sind, ist es die Einsamkeit die zu einer schweren Belastung führen kann. Findet die Arbeitszeit nicht mehr (zeitgleich) im Büro statt, reduziert sich der persönliche Kontakt zu anderen Menschen stark. Es kann nicht gesund sein, privat und beruflich zu vereinsamen, d.h. bei Remote Work Modellen ist es wichtig, dass auch im Unternehmen genug Möglichkeiten geschaffen werden für den sozialen Austausch.

Bei Fully Distributed Companies findet der soziale Austausch meist durch jährliche Retreats und regelmäßige Online Fun Events statt. Bei den Retreats treffen sich alle Mitarbeiter persönlich für ca. 1 Woche an einem Ort. Zoom und Co werden nicht nur für das Business Meeting, sondern auch für den informellen und persönlichen Austausch verwendet.

❌ Remote Work verlangt mehr Disziplin und Selbstmanagement

Remote Work bedeutet eigenständiges Arbeiten. Obwohl es technisch Möglichkeiten gäbe, gibt es bei Remote Work weniger Kontrolle durch den Chef oder die Chefin. Kollegen und Kolleginnen können einem nicht mehr über die Schulter blicken. Das bedeutet auch, dass eine neue Art der Selbstdisziplin gefragt ist. Nicht jeder kann gut mit dieser neu gewonnen Freiheit umgehen. Manche benötigen den „Druck“ im Büro um zuverlässig ihrer Arbeit nachzugehen.

❌ Andere Art des Informationsflusses und der Kommunikation

Ein weiterer Nachteil von Remote Work kann der eingeschränkte (persönliche) Informationsfluss und die neue Art der Kommunikation sein. Dabei sehe ich das weniger als Problem, sondern als Lernphase für Unternehmen. Denn auch die Pandemie hat uns gelehrt, dass vieles möglich ist, was wir uns vorher noch nicht so vorstellen konnten. Fully Distributed Companies, deren DNA remote ist, leben diese neue Art der Zusammenarbeit und Kommunikation.

Wer jedoch den normalen Büroalltag kennt, weiß, dass viele Themen spontan erledigt werden. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen treffen sich an der Kaffeemaschine und starten ein Gespräch. Das eine führt zum anderen. Wird diese Art der Kommunikation nicht dezidiert gefördert, fehlt ein wichtiger Bestandteil des Informationsaustausches.

Die Kommunikation findet beim Remote Companies nun mal online statt. Dabei unterscheidet man zwischen synchroner und asynchroner Kommunikation. Asynchrone Kommunikation nimmt bei Remote Work einen erheblichen Anteil an und muss „gelebt“ werden.

❌ Mehr Vertrauen notwendig aufgrund fehlender Kontrolle

Remote Work verlangt mehr gegenseitiges Vertrauen. Mitarbeiter müssen einander vertrauen können. Der Vorgesetzte muss seinem Team vertrauen und das Team muss dem Vorgesetzten vertrauen. Das bedeutet nicht, dass eine traditionelle Arbeitssituation vor Ort kein Vertrauen benötigt. Aber bei Remote Work geht auch eine bestimmte Art der Kontrolle verloren, ergo ist höheres Vertrauen notwendig, welches jedoch wiederum mit mehr Freiheit und Flexibilität belohnt wird.

❌ Meistens wird mehr Zeit in die Arbeit investiert

Menschen die Remote Work lieben sind meistens sehr pflichtbewusst. Gerade bei Remote Friendly Unternehmen versuchen viele Mitarbeiter deren Fehlen am Arbeitsplatz vor Ort mit Mehrarbeit auszugleichen. Bei Remote Work verschwimmt Arbeit mit Freizeit viel stärker als bei der klassischen Büroarbeit. Obwohl kein Pendeln mehr notwendig ist, wird daher häufig insgesamt mehr Zeit für die Arbeit aufgebracht. Das tägliche Pendeln ist übrigens nicht nur schlecht. Für viele ist es auch eine Art Fade-In und Fade-Out um gedanklich von Arbeitszeit zu Freizeit zu wechseln. Manche Remote Worker versuchen daher auch zu Hause Rituale einzuführen, um dieses Pendeln zu simulieren.

Fazit: Ist Remote Work ein Trend oder gekommen um zu bleiben?

Remote Work ist ein Begriff der schon lange existiert aber in Europa bis vor kurzem nur eine geringere Rolle gespielt hat. In den USA spielt Remote Work bereits länger eine Rolle, während man hierzulande maximal von der Option zu Home Office spricht. Laut den Ergebnissen der Global Workplace Analytics arbeiteten zumindest 4,7 Millionen Menschen (ca. 3,4 % der arbeitenden Bevölkerung in den USA) mehr als die Hälfte von zu Hause.

Bereits vor der Pandemie sagten laut einer Umfrage von Owl Labs bereits 62 % der Angestellten zwischen 22 und 65, dass sie zumindest ab und an remote arbeiten. Im letzten Jahr dürften sich diese Zahlen nochmals drastisch verändert haben.

Die Umfragen sagen aber wenig darüber aus, ob dabei von klassischem Home Office oder einer Fully Distributed Company gesprochen wird – zwei zu 100 % unterschiedliche Themen. Zudem sieht man an den Zahlen auch, dass man sehr, sehr genau untersuchen muss wie diverse Statistiken erstellt wurden.

Upwork – die größte internationale Plattform für Freelancer – berichtete 2020 im Future Workforce Pulse Report, dass mehr als 25 % der amerikanischen arbeitenden Bevölkerung in 2021 remote arbeiten wird. Weitere 36 Millionen AmerikanerInnen sollen 2025 gänzlich remote Arbeiten.

Auch wenn die Zahlen manchmal unklar sind. Klar ist, dass die Pandemie einen enormen Digitalisierungs-Schub gebracht hat. Große Unternehmen wie Atlassian, Coinbase, Dropbox, Shopify und Twitter haben erkannt, dass Remote Work für sie und ihre Mitarbeiter sehr gut funktioniert. In der Folge lassen sie ihre MitarbeiterInnen permanent von zu Hause arbeiten.

Remote Work Statistiken aus den USA

Die USA sind häufig Vorreiter in technologischen Entwicklungen und ein Spiegel der Zukunft. Folglich paar weitere Zahlen aus den USA:

  • 40 % der Remote Worker sagen der größte Vorteil von Remote Work ist die höhere zeitliche Flexibilität
  • 16 % der Firmen arbeiten gänzlich remote
  • Unternehmen die auf Remote Work setzen haben eine um 25 % geringere Fluktuation
  • 4,7 Millionen Menschen in den USA arbeiten mehr als die Hälfte der Arbeitszeit von zu Hause

Remote Work ist gekommen um zu bleiben. Remote Work wird auch in Europa weiter zunehmen. Es gibt genug Erfahrungen mit den negativen Seiten von Remote Work, um mittlerweile gut darauf zu reagieren.

Es wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen um zu sehen welche Modelle am besten für welche Unternehmen und Menschen passen. Aber eines ist fix – Remote Work bleibt.

Aber: Was hat Remote Work mit Web Design und Suchmaschinenoptimierung zu tun?

Remote Work bringt enorm viele Vorteile für Unternehmen, Mitarbeiter, Freelancer und Selbständige. Mit Remote Work ändert sich die gesamte Arbeitswelt. Seit vielen Jahren findet ein Umdenken in der Arbeitswelt statt und wir sprechen von Work Life Balance und Work Life Integration.

Obwohl Remote Work gekommen ist um zu bleiben, so ist Remote Work nicht in jeder Branche und auch nicht für jeden Tätigkeitsbereich geeignet. Es gibt jedoch Bereiche wo Remote Work geradezu prädestiniert ist.

Web Design und Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist einer dieser Tätigkeitsbereiche wo Remote Work perfekt geeignet ist. Gerade beim Entwickeln eines professionellen Online Auftritts – beispielsweise nach dem Holistic Web Design Konzept – ist die Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer essenziell.

Nur durch das Zusammenspiel zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer entsteht ein authentisches Resultat, dass auch den Kunden überzeugen wird. Ein klarer Vorteil bei Remote Work sind die vielen, kompakten Online Meetings (synchrone Kommunikation) und die asynchrone Kommunikation mit der Hilfe von Cloud Services.

Auch wenn sich Auftraggeber und Auftragnehmer in derselben Stadt befinden ist es viel einfacher Abstimmungsmeetings online abzuhalten. Größere Workshops, z.B. Kick-off oder Content Workshops, werden gerne noch vor Ort abgehalten.

In Österreich ist es nach meiner Erfahrung (zumindest bisher) hilfreich, wenn initial ein persönliches Kennenlernen stattfindet. Ab dann steht einer reinen Remote Zusammenarbeit nichts mehr im Weg. Aber es gibt auch genug Menschen, die ein Vertrauensverhältnis gänzlich online aufbauen können – Projekte können also auch zu 100 % remote erfolgreich abgewickelt werden.

Top Tipps für erfolgreiches Remote Web Design & SEO

  1. Idealerweise findet der initiale Kick-off vor Ort statt, denn Menschen, die sich einmal persönlich kennengelernt haben, begegnen einander auf einer anderen Ebene
  2. Da jeder ein unterschiedliches Toolset für Online Kollaboration verwendet, ist zu Beginn etwas Geduld gefragt bis sich alles eingespielt hat
  3. Gemeinsame Fileshare z.B. Google Drive, Dropbox, OneDrive ist ein muss
  4. Eine Kombination von synchroner und asynchroner Kommunikation ist empfehlenswert – z.B. wöchentlicher Call + laufende online Kollaboration
  5. Statt E-Mail Ping Pong, Online-Kollaborations-Tools verwenden die in der Kommunikation den Kontext bereits mitliefern – z.B. inhaltliche Änderungen beim Review mit MarkUp direkt an der Webseite anmerken, statt E-Mails zu senden.
Top Tipps für Remote Web Design & SEO

Liste von Remote Companies

https://github.com/yanirs/established-remote (International)

https://github.com/lukasz-madon/awesome-remote-job (International)

https://github.com/raabmar/remoteWorkGerman/blob/master/RemoteUnternehmen.md (AT, DE, CH)

Weitere Quellen zu diesem Thema

https://ec.europa.eu/jrc/sites/jrcsh/files/jrc120945_policy_brief_-_covid_and_telework_final.pdf

https://www.statista.com/statistics/879251/employees-teleworking-in-the-eu/

https://www.smallbizgenius.net/by-the-numbers/remote-work-statistics/

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Markus

Vom Großkonzern hochgearbeitet zum Einpersonenunternehmen. Das bin ich. Webdesign und SEO sind die Themen, für die ich brenne. Umfangreiches Know-how und interdisziplinäre Erfahrungen, gepaart mit dem Wunsch gänzlich ortsunabhängig Arbeiten zu können meine Antreiber.

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